Freitag, 1. Mai 2015

Janome Cover Pro - Ein Erfahrungsbericht

Nach langem Überlegen habe ich mich im letzten Jahr entschieden eine Covermaschine zu kaufen. Auf dem Markt gibt es verschiedene Modelle von verschiedenen Herstellern. Nach einer ausführlichen Internetrescherche kamen zwei Maschinen in meine engere Auswahl. Die Babylock und die Janome. Entschieden habe ich mich dann für eine Janome, da sie im Preisvergleich deutlich günstiger in der Anschaffung war und einen tollen breiten Durchlass besitzt.
In diesem Jahr gibt es sogar eine Jubiläumsedition der Janome Cover pro, bei dem es zwei Nähfüße und ein Ekastik - Kräuselzubehör als Bonbon oben drauf gibt.
Ach ja und ein hübsches Blumendesgin hat sie auch noch bekommen. Bei mir seht ihr das Vorgängermodel, das aber genauso funktioniert wie das neue Model.

Das Zubehör hat mir der Nähpark zur Verfügung gestellt, im Gegenzug gibt es von mir dieses Post zur Maschine. Hier beschreibe ich wie ich mit der Maschine zurecht komme, wie sie und ihr Zubehör funktionieren und wie man es benützt.
An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei Nähpark für das Zubehör bedanken. Leider hat es etwas länger gedauert als gedacht dieses Post zu verfassen. Nähen braucht Geduld und Übung, erst dann kanns wirklich klappen und neue Ideen und Anregungen bringen.

Nun wünsche ich allen viel Freude beim Lesen, bei der Entscheidungsfindung oder bei denen die schon eine Janome haben vielleicht einen kleinen Aha - Effekt. Ich hoffe ich kann euch hiermit ein bischen weiter helfen!

Hinweis - es bezieht sich hier alles auf die Janome Cover Pro - wie andere Maschinen funktionieren wird hier nicht dargestellt! Für Fehler in meiner Anleitung kann keine Haftung übernommen werden! Dieses Post enthält Werbung!

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Zum Thema Nadeln:


Es wird grundsätzlich empfohlen nur Overlocknadeln 80/12 oder 90/14 zu benützen!


Zum Thema Faden:


Ich habe es mit verschieden Overlockgarnen versucht, grundsätzlich arbeitet das Qualitätsgarn (etwas dicker) zuverlässiger. Auch das Arbeiten mit normalen Nähmaschinengarnen (kleine Spulen) funktioniert bestens. Es ließen sich auch immer beide Garne problemlos kombinieren. Zur Verwendung mit normalen Nähgarn muss man nur einen Teller auf den Garnhalter stecken.

Zum Thema Einfädeln:


Bild 1:


Die Fäden werden immer von hinten nach vorne durch die Löcher geführt.
Die kleine Schraube ist der Nähfußdruck, meine Erfahrung dazu ist, die Schraube fast bis zum Anschlag rein zu drehen, dadurch habe ich meine Fehlstiche so gut wie aufgehoben. Ich nähe damit Jersey und auch Jeans. Bis jetzt habe ich sie bei anderen Stoffen nur minimal zurück verstellt. Ca. eine halbe Umdrehung.

Normalerweise gilt: 
Schwere Stoffe Schraube rein drehen. In Richtung +
Leichte Stoffe Schraube raus drehen. In Richtung -



Bild 2:


Das Einfädeln des Untergreifers geht echt schnell und einfach. Wie die untere Reihenfolge darstellt. Wichtig ist aber hier das man zuvor den Greiferspannungsregler/Verstärker siehe Bild 3, nach recht geschoben hat. Wenn man von unten in die Maschine schaut sieht man einen kleinen Draht der sich dadurch verstellt. Zu dem muss die Nadelposition  ganz oben sein. So kann sich der Greiferhebel richtig ausrichten.




Bild 3:


Hier sieht man ganz schön wie leicht die Maschine einzustellen ist. Die Fadenspannung für die verschiedenen Sticharten wird durch die Piktogramme angegeben und mit einem Rädchen siehe Bild 1 eingestellt. Funktioniert meiner Meinung nach bestens.

Ganz unten ist der Greiferspannungsregler zu sehen der bei schweren Stoffen oder zu übernähenden Nähten z.B. Overlocknähte, Übergänge an Ärmel/ Schulter nach links geschoben wird. Hier ist er gerade rechts.
Er hilft auch Fehlstiche zu minimieren oder aufzuheben. Bei ganz dicken Stoffen oder an hubeligen Stellen empfehle ich vorher mal alles ordentlich platt zu bügeln, dann klappt es auch die meiste Zeit bei Übergängen ohne Fehlstiche.
Ach ja auch der Differenzialtransport ist nicht zu unterschätzen, das Rädchen unten rechts im Bild. Er hilft dem Stoff gleichmäßig durch die Maschine transprotiert zu werden. Alles was strecht, höher der 1 einstellen, am besten vorher testen. Ich habe bis jetzt gute Erfahrung mit 1,5 - 2 gemacht. Normale Stoffe 1 und alles was ganz fein ist hatte ich noch nicht soll kleiner eingestellt werden.
Das obere Rad ist die Stichlänge, ich persönlich mag die 3 - 3,5 gerne. Ich glaube es gilt die Regel, je feiner der Stoff desto kürzer die Stichlänge und umgekehrt!

 

Zum Thema Füsse / Zubehör:



Klarsichtfuß:


Er funktioniert genauso wie der aus Metall, hat aber den entscheidenden Vorteil das man sieht wo man hinnäht. Seit er auf der Maschine ist, habe ich den Metallfuß nicht mehr benützt. Man kann den Stoff mit dem Klarsichtfuß viel gezielter steuern und trifft so z.B. auch wieder gut auf die Anfangsnaht.

Elastik- Kräuselkzubehör:


Dieses gibt für unterschiedliche Gummibreiten. Mann verwendete es zum normalen Klarsichtfuß und bringt es mit zwei Schrauben an der Maschine an. Mit den Schrauben kann man auch noch etwas die Position ausrichten und justieren. Das kleine Kästchen, das man am Metallschnapper öffnen kann dient der Führung des Gummibandes.
Normalerweise wird der Stoff über dem Gummiband geführt und das Gummi nach Gefühl dabei gedehnt, so das sich der Stoff kräuselt. Für Babyhöschen oder Tubetops evtl. geeignet.

 

  
Ich habe aber die Erfahrung gemacht das es anders herum, also mit Stoff unten auch gut klappt. So kann man es z.B. bestens zum Unterwäschen nähen verwenden.
Zu erst dachte ich das man mit dem Kräuselfuß auch die Spannung des Gummis regulieren kann, dass ist leider nicht so. Es ist nur dazu da, das Gummi gerade über den Stoff zu transportieren. 
Näht man z.B. einen Slip, so wie hier auf dem Bild sollte man sich vorher mit Klammern das Gummi gleichmäßig am Stoff aufteilen. So hat man dann später eine gleichmäßig angenähtes Gummiband am Stoff. Der Stoff der Übersteht rechts vom Gummi wird später einfach mit einer Schere abgeschnitten.





Der Mittelkantenfuß:


Hat auch klare Sicht und ist somit auch gut zu steuern. Normalerweise dient er dazu, die Naht zwischen zwei Nähten gleichmäßig links und rechts abzunähen. Die Metallschiene in der Mitte des Fußes wird am Rand / Stoßnaht entlang geführt. Gut zu gebrauchen bei Shirts oder Sweatjacken.

Der blaue Stoff oben im Bild dient als Anlaufstoff / Hebamme. Da sich die Fäden nicht wie bei einer Overlock verketteln. Er soll helfen, daß sich die Naht nicht wieder auflöst. Auch am Ende eines Nähstücks mit offenen Kanten ist er sinnvoll. Näht man im Kreis, wie z.B. einen Shirtsaum, sollte man etwas über die Anfangsnaht nähen, dann die Nadeln und das Füsschen in die höchste Position bringen und alle Fäden mit einem Schraubenzieher o.ä. zu sich hinziehen, dabei aber am Nahtende alles Festhalten, so das sich nichts auflöst.  Dann das Nähgut nach links rausziehen und immer noch am Nahtende festhalten. Alle Fäden die noch an der Maschine sind abschneiden und dann alles anständig verknoten und vernähen. Extrapost dazu? Wenn ja bitte melden;).


 
Ich hab es hier auch wieder etwas abgewandelt. Nachdem das Gummi am Slip angebracht ist Bild 5, wird es nach innen geklappt und gut umgebügelt. Mit der Metallführung Bild 7 wird der Stoff am Stoffbruch durch die Maschine geführt. Mann muss langsam nähen, so gelingt eine gleichmäßige und sauber Naht. Auch bei ganz normalen umgebügelten Nähten Bild 8 ist der Mittelkantenfuß ganz gut einzusetzen. Wenn man vorher genau gebügelt hat, hier 1 cm muss man nachher fast nichts an der Innennaht mit der Schere trimmen.



Zur Maschine gibt es auch noch eine Saumführung und einen Bandeinfasser, habe ich (noch) nicht, würde ich aber auch gerne Testen. Denke mal das diese beiden Teile noch eine super Ergänzung für die Maschine sind und das Genähte so richtig profesionell aufwerten kann.
Ich hoffe ich konnte euch etwas weiterhelfen und freue mich wenn dem so ist. Hat jemand Anregungen oder Tipps, kann ich sie gerne nachträglich mit einfügen. Das Post soll dazu dienen die Maschine einfacher und mit Freude bedienen zu können ;). Bis bald.............

Nähpark

Kommentare:

  1. Tausend Dank für den tollen Bericht. Ich habe die gleiche Maschine hier stehen und danke dir sehr und freue mich auf weitere Berichte. :-)

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    1. Danke Dir :). Ich habs auf dem Schirm Teil2 ;).....
      lG Melanie

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  2. Toller Bericht und ich glaub ich brauche die Maschine auch ;)
    Liebe Grüße
    Katharina

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    1. Ich muss sagen das ich am Anfang echt gekäpft habe, aber jetzt ist alles Supi und es sieht sooooo schön ordneltich genäht aus, hach :).
      lG Melanie

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  3. Hallo, vielen Dank für deinen Bericht. Ich möchte mir nämlich zu meinem 50. Geburtstag (leider erst am Ende des Jahres) eine Coverlock leisten. Ich habe jetzt nicht gesehen, dass man mit der so Ziernähte auf die Kleidung bringen kann. So mit Kontrastfarbe auf Kindersachen zum Beispiel. Habe mir schon ein paar Maschinen zur Auswahl rausgesucht. Aber eine Janome habe ich auch als Nähmaschine und bin sehr zufreiden mit ihr.
    Liebe Grüße Angelika

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  4. Vielen Dank für Deinen Bericht. Ich habe nur anzumerken, dass sich die Bedienung, insbesondere der Umgang mit den Einstellungen, in Deinem Bericht so schön leicht anhört. Ich möchte zu bedenken geben, dass die Einstellungen von Maschine zu Maschine variieren und jeder seine Einstellungen erst finden muss. Ich persönlich arbeite z.B. mit einem ganz anderen Fußdruck, so dass Deine Näheinstellungen hier nur als Tipps zu werten sind. Diese Maschine kennenzulernen, dazu gehört Geduld. Manche hat diese Geduld nicht aufgebracht und ist gerade an dieser Maschine verzweifelt. Wie gesagt: Ich habe sie selbst und liebe sie. Aber sie hat - wie jede Covermaschine - ihre Tücken.
    Liebe Grüße Margit

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    1. Hallo Margit, danke für deinen Beitrag, genauso wars gedacht das hier auch was von anderen Steht und wie es ihnen mit derm Maschine geht. Ich habe einen Erfahrungsbericht geschrieben und so war es auch gedacht. Wie im Leben muss jeder seine Weg finden ;).
      liebe Grüße Melanie

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  5. Obwohl ich die Maschine auch hier stehen habe, waren doch einige Punkte drin, die ich noch nie ausprobiert habe. Ganz lieben Dank!!!!

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  6. Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich habe es gern gelesen als Vergleich zu meiner Bernina Kombi Overlock und Coverlock. Da mich der jeweilige Umbau von Overlock nach Cover und zurück nervt, suche ich eine neue Coverlock. Die Janome werde ich mir beim Händler anschauen, könnte mir nach Deinem Bericht gefallen.
    Hast Du einen Bericht zum Vernähen der Endfäden geschrieben? Obwohl ich einen Anleitungskurs zur Maschine hatte, kämpfe ich damit.....
    Alles Gute für Neue Jahr

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    2. Huhu Elu, es gibt inzwischen eine neuer Janome die hat TLC Technik das unterstützt den Greiferfaden beim Transport und macht die richitige Fadenspannung ich glaube das ist interessant bei Hubbeln. Wegen dem vernähen hab ich noch nix gemacht und komm aktuell auch nicht dazu, am besten du nähst bist kurz vor der Naht und hohlst erstmal die Fäden vom Anfang auf die Seite,die innen sein soll. Dann verknotest du die und vernähst sie und schneidest sie ab. Dann nähst du weiter so ca 2 - 3 cm über den Anfang und hebst den Fuß, dann holst du die Fäden mit einer Scheckkarte oder Schraubenzieher nach vorne, wenn es hackt etwas am Rad drehen und dabei aber mit der linken Hand am Stoff die vernähte Stelle festhalten, so das sich nix auftrennt. Fäden weit vorne abschneiden und vernähen. Fertig ;).Hoffe das war verständlich.
      lG Melanie

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  7. Hallo Strickprinzessin,
    danke für deinen tollen Bericht. Ich hätte zum Elastik-Kräuselfuß noch eine Frage. Kann ich ihn auch benutzen um im Kreis zu nähen, also wenn ich ein Gummiband in eine Leggings nähen will? Oder nur wenn eine Seitennaht der Leggings noch offen ist? Lg

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  8. Vielen Dank, für diesen ausführlichen Erfahrungsbericht! Du hast mir sehr geholfen damit. Endlich konnte ich meine Coverlock richtig einstellen.
    LG Sabine

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Hallo Ihr Lieben,
schön das ihr mich hier besucht, ich freue mich über eure Kommentare
:).
glG strickprinzessin